| Mensch wirst du
nicht ein Kind,
So gehst du nimmer ein Wo Gottes Kinder sind: Die Tür ist gar zu klein. |
| Staune!
Wo das Staunen aufhört, hört auch Liebe und Verstehen auf. Wehe denen, die blinden Herzens an der Schönheit der Welt und der Einmaligkeit des sich wandelnden Menschen vorbeigehen. |
| Du führst die
Reihe der Lebendigen
Vor mir vorbei, und lehrst mich meine Brüder im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen. |
| Suchst du das Höchste,
das Größte
Die Pflanze kann es dich lehren: Was sie willenlos ist. Sei du es wollend! - das ist's! |
| Ganz und gar
Bin ich ein armer Wicht. Meine Träume sind nicht war, Und meine Gedanken geraten nicht. |
| Und wenn die Welt
voll Teufel wär'
Und wollt' uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es muß uns doch gelingen! |
| Das Brot ernährt
dich nicht:
Was dich im Brote speist, Ist Gottes ew'ges Wort, Ist Leben und ist Geist. |
| Die Sternwelt wird
zerfließen
Zum goldnen Lebenswein, Wir werden sie genießen Und lichte Sterne sein. |
| Leben in der Liebe
zum Handeln
Und Lebenlassen im Verständnisse Des fremden Wollens ist die Grundmaxime Des freien Menschen. |
| Um die Wahrheit zu sagen, wenige Erwachsene können die Natur sehen. Die meisten sehen die Sonne nicht. Zumindest ist ihr Sehen sehr oberflächlich. Die Sonne bescheint nur das Auge des Mannes, aber in das Auge und das Herz des Kindes scheint sie hinein. Derjenige ist ein Naturliebhaber, dessen innere und äußere Sinne noch wahrhaft übereinstimmen; wer sich den Geist der Kindheit noch bis hinein in die Jahre des Mannesalters erhalten hat. |
| Heilsam ist nur,
wenn im Spiegel
der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft, und in der Gemeinschaft wirket der Einzelseele Kraft. |
| Natur 1849
Eine feine Kette zahlloser Ringe Verbindet die nächsten und fernsten Dinge; Der Blick liest Omen, wohin er auch fällt, Die Rose spricht alle Sprachen der Welt; Und durch die Spirale der Formen und Erden, Windet der Wurm sich, zum Menschen zu werden. |
| Selbsterkenntnis,
goldne Gabe,
Wunderbare, jüngende Kraft! O solang ich dich nur habe, Glüht mein Geist noch unerschlafft. Immer tiefer, immer
wahrer
|
| Jetzt bist du da,
dann bist du dort.
Jetzt bist du nah, dann bist du fort. Kannst du's fassen? Und über eine Zeit Gehen wir beide die Ewigkeit Dahin - dorthin. Und was blieb?... Komm, schließ die Augen, und hab mich lieb! |
| Der Mensch kann
was er soll
Und wenn er sagt er kann nicht, So will er nicht. |
| Die Welt noch so
absonderlich,
ist gut genug für dich und mich. Wilhelm Busch |
| to be continued..... |