FAQ häufig gestellte Fragen
Wiekann
ich für die Soziale Dreigliederung arbeiten?
Wiekann
ich Furcht, Täuschung und Unwahrheit überwinden?
Wassind
Fixsterne?
Wasist Wohltätigkeit?
Warum
muß jede Gruppe ständig an sich arbeiten?
Was
sind Störche?
Was ist der Gegenteil von Arbeit?
Wie kann ich für die Soziale Dreigliederung arbeiten?
Rudolf Steiner sagtein einem Vortrag zu seinen Hörern, "daß diese Arbeit nur Aussicht auf Erfolg hat, wenn die innere Einstellung die Richtige ist". Eine richtige innere Einstellung kann nur erworben werden, wenn der Schulungsweg betreten wird. Es ist unabdingbar, daß Übungen (z.B. die wichtigen Nebenübungen) ihre Zeit im Tageslauf finden. Es genügt nicht nur "irgendwie" imGefühl sozial eingestellt zu sein. Erst die Übungen erzeugendie Kraft, die notwendig ist, um in der Gemeinschaft zu wirken.
Wiekann ich Furcht, Täuschung und Unwahrheit überwinden?
Über die ganzeErde hin lebt die Menschheit in einer dreifach gearteten Koexistenz mitder Furcht, mit der Täuschunf und mit der Unwahrheit. Auch die Ursachendavon sind dreierlei. Wo liegen sie, in welcher Richtung? Erstens darin,daß die Menschen aus dem Intellektualismus aller Lebensverrichtungenheraus nicht mehr fragen können. Abgeschnitten wird der Menschheitein Wesentliches, das sich bei einer naturgemäßen Entwicklungdes Denkens als dessen Frucht ergibt: das Fragen-Können.
An Stelle davon setztsich die Furcht, weil die wichtigsten Fragen, welche die Menschheitals ganze angehen, ungelöst sind.
Zweitens darin, daß die Menschen, jeder in sich, nicht mehr den Quell Ihrer Individualität finden, woraus Sebstmordwellen.... im Menschheitskörper entspringen. Es ist die Täuschung, daß man sich selber auslöschen könnte.
Drittens darin, daß die Menschen das Wort verachten, mittels dessen die Wahrheit im Sozialen wirken sollte.
Nach dieser dreifachen Richtung hin ergibt sich das Gesamtbild einer Krankheit, die Diagnose des siechen Anfortas, der seines Retters Parzivals harrt.
Wird aus dem rechtenFragen-Können und aus der rechten Ruhe und Geistessicherheit das rechteWort gefunden, dann ist jedesmal, und seien nur zwei beisammen,der Geistesmensch da und strömen durch das Wort von Menschzu Mensch kommunizierende Kräfte.
aus Heinrich Teutschmann: Der Gral, Weisheit und Liebe
Fixsterne sind Löcher
im Himmel, durch die man in die geistige Welt sehen kann.
Die Wohltätigkeit ist eine edle Tugend, aber sie ist nur das Vorrecht starker Seelen. Menschen, die aus Weichheit Wohltun, immer Wohltun, sind nicht besser als Leute,die ihren Urin nicht halten können.
Johann Wofgang von Goethe: Götz von Berlichingen
Warummuß jede Gruppe ständig an sich arbeiten?
Überhaupt ist esleider der Fall, dß alles, was durch mehrere Menschen und Umständehervorgebracht werden soll, keine lange Zeit sich vollkommen erhalten kann.Von einer Theathergesellschaft so gut wie von einem Reiche, von einem ZirkelFreunde so gut wie von einer Armee läßt sich gewöhnlichder Moment angeben, wenn sie auf der höchsten Stufe ihrer Vollkommenheit,ihrer Übereinstimmung, ihrer Zufriedenheit und Tätigkeit standen;oft aber verändert sich schnell das Personal, neue Glieder tretenhinzu, die Personen passen nicht mehr zu den Umständen, die Umständenicht mehr zu den Personen; es wird alles anders, und was vorher verbundenwar, fällt numehr bald auseinander.
Johann Wolfgang vonGoethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
Wassind Störche?Störche sind "Zeigevögel" auf zweierlei Art. Ihr Vorkommen zeigt, daß die Nahrungskette - Mikroorganismen, Insekten , Frösche - nicht an einerStelle von chemischer Düngung / Pflanzenschutz unterbrochen wordenist, und das die geistige Situation in der Gemeinschaft noch Integrität besitzt.
In Lettland etwa sieht man hinter dem Pflug auf umgebrochenen Acker statt Krähen Gruppen von 20 bis 40 Störchen nach Würmern suchen. In diesem Land kann jeder die Aussaattage von Maria Thun erfolgreich ausprobieren und auch die Gegenprobe machen. In Deutschland tun sich biologisch-dynamischeWissenschaftler schwer damit.
Was ist der Gegenteil von Arbeit?
Liebe Freunde, lassenSie
uns wiederholen: Wollen wandelt sich um in Tun, Tun wandelt sich umin Arbeit,
und geordnete, spezialisierte Arbeit wird zum Beruf. Wenn ichzur Arbeit gehe
und einige Stunden lang eine Arbeit verrichte, in der ichausgebildet bin,
das heißt eine spezialisierte Arbeit, dann habeich mein Wollen so geordnet,
daß mein Kopf allmählich entlastetwird und meine ganze Existenz
in der Willenssphäre aufgeht. Hier istVergangenheit (links); und hier
ist Zukunft (rechts).
Und jetzt kommt etwassehr
Wichtiges. Haben Sie sich je gefragt, was das Gegenteil von menschlichemTun
und Arbeiten ist? Was meinen Sie?
Antwort: Freizeit?
Dr. König: Nein,Freizeit
ist nichts; sie ist eine Illusion; in Wirklichkeit existiert sienicht.
Frage: Hat es etwasmit der
Mitternachtsstunde im jenseitigen Leben zu tun?
Dr. König: Nein.
Frage: Hat es mit etwashier
auf der Erde zu tun?
Dr. König: Ja,selbstverständlich.
Was ist das Gegenteil von Arbeit?
Antwort: Schlaf?
Dr. König: Nein.
Antwort: Spiel?
Dr. König: Nein,weil
selbst im Spiel ein gut Stück Arbeit enthalten ist. Sie wissenalle,
wie müde man vom Spiel werden kann.
Antwort: Kontemplation?
Dr. König: Ja?
Antwort: Denken?
Antwort : ..............
Dr. König: JAEs ist
Lernen. Auf der einen Seite haben Sie die ganze Welt des Lernensund auf der
andern die ganze Welt des Tuns. Verzeihen Sie, daß ichSie so gefragt
habe, statt es Ihnen einfach zu erzählen; aber nunwerden Sie es bestimmt
nicht vergessen. - Wir müssen lernen, und zwardie ganze Zeit hindurch,
auch wenn wir kaum arbeiten, nämlich in derKindheit und in der Jugend.
Das ist vor allem die Zeit, in der wir lernen.Zuerst sammeln wir ein gewisses
Quantum von Wissen, und dieses Wissen.das uns von außen übermittelt
wird, geht uns allmählichin Fleisch und Blut über. Es macht einen
Unterschied, ob jemand aufdem Kontinent oder hier in Schottland oder er in
Amerika zur Schule gehtoder ging - wenn auch heutzutage die Unterschiede
nicht mehr so kraßsind - weil die Art des Wissens, die Richtung des
Lernens, die Kunst desUnterrichtens (wenn es noch als Kunst angesprochen
werden kann) so anderssind, daß die Ergebnisse kaum miteinander verglichen
werden können.Aber alles ist ein Lernen. Wir lernen auf verschiedenste
Weise. Durch 1ernenwerden wir geformt. Wir lernen uns erinnern, wir
LERNEN
Priester
Lehrer
Arzt-----------------------
Arbeiter
lernen leiden, denken,
vergessen, wissen; und durch Wissen, Vergessen, Erinnern, Leiden und Freuen
werden wir mehr und mehr geformt und ausgestaltet. Die Welt um uns herumarbeitet
an uns. Ich fürchte, daß dies ein bißchen schwierigzu verstehen
ist. Wenn wir lernen, arbeitet etwas von außen an uns:der Lehrer, der
Priester, der Arzt, die Eltern, die Freunde und alle, dieum uns herum sind,
während wir aufwachsen. Sie formen uns mit Wortenund manchmal auch mit
Taten, und wir lernen. Manchmal wollen wir nichtlernen, aber meist müssen
wir es. Dieses Lernen formt uns allmählichso, daß wir uns der
Arbeit zuwenden können. Aber auch wenn wirarbeiten, tritt uns etwas
von außen entgegen, in gleicher Weise wiein der Kindheit diejenigen,
die uns unterrichteten: Wir sehen uns den Substanzender Erde gegenüber.
Wir pflügen das Feld, wir weben, wir wandelnum - Glas, Metall, Eisen
und so weiter -‚ und durch unsere Arbeit werdendie Erde und ihre Substanzen,
Pflanzen Tiere, Mineralien erzogen- -. Siemüssen nun leiden, sich erinnern,
sich gestalten und werden, geradeso wie wir lernen mußten, als wir
Kinder waren.
Karl Koenig: Der Impulsder
Dorfgemeinschaft